Wiedertäufer Wilken Steding

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1022. – Bischof Franz von Münster – Wiedertäufer von Wilken Steding

26. Juli 1540.

  • Bischof Franz von Münster hat in der Bedrängnis durch die Wiedertäufer von Wilken Steding, der ihm auch sonst dabei gute Dienste getan hat, 1100 Goldgulden als Darlehen aufgenommen und ihm und gegebenenfalls einem Rechtsnachfolger als Pfand Schloß und Amt Wildeshausen übertragen. Einige Zeit später beantragte Wilken Steding, der nun auch die Ämter Vechta und Cloppenburg hatte, daß zu seiner Entlastung Wildeshausen seinem Verwandten Heinrich Schade übertragen würde. Da der Bischof damit einverstanden war, so übernahm Schade das Amt und fertigte über den Rechtsvorgang eine Mantelurkunde mit Aufnahme der beiden bischöflichen Urkunden aus.
  • Ick Hinrick Schade, zeligen Otten sonne, doen kundt, bekennen und betugen apentlick in und mit dussen besegelden breve. So als de hoichwerdige, hoichvermogende furste und her Frantz van gots gnaden bischop tho Munster und Osenbrugk, administratoir tho Minden, . . . my . . . des stiffts Munster sloth und ampt Wildeszhuszen myt verwilligunge des Munsterschen domcapittels tho twen lyven verschreven und ingedaen, wie er dasselbe Schloß und Amt hyrbeforns dem erntfesten und erbaren Williken Stedinck verschrieben und eingetan hat, alles nach den darüber ausgefertigten, hier folgenden Urkunden.

I. 20. April 1534.

  • Wy Franciscus van gots gnaden confirmerter tho Munster und Osenbrugge, administrator tho Minden, doen kundt. So uns unse leve getruwe Wylcken Stedinck tho unsen vlitigen ansoikent und bogerten elvenhundert enckede vulwechtige goltgulden upgebracht, de wy dan voert in unses stifftz Munster nutte, behoiff und walvaert gekaert und weder angelacht, bekennen wy demna, dat wy upgemelten Wylken Stedinck yn ansehunge syns vlitigen getruwen denstes, he uns und gerortem unseme stiffte Munster ytzundt in dussen swevenden krigeslopen weder de innehebber unser stadt Munster dagelix bewiszt und henforder doen werdt, Schloß und Amt Wildeshausen mit Wissen und Willen des Domdekans und des Kapitels zu Münster to twen lyven übertragen haben, so daß ihm nach seinem Ableben einer seiner Söhne oder, wenn auch dieser sterben sollte, der holder dusses breves myt gerorten Wilkens consente, dat doch gyn furste, grave eder uthlendescher syn sall, im Amte folgen soll; so wenig wie Wilken Steding soll sein Rechtsnachfolger abgesetzt werden, wenn ihm nicht die 1100 Goldgutden bezahlt sind. Bischof Franz und das Kapitel siegeln in dem jaer unses heren duszent vifhundert veerunddertich am maendage na dem sundage Misericordias domini. Die in der Urkunde aufgeführten Amtspflichten entsprechen wieder der Urk. 1462 Juli 9.

II. 14. Februar 1540.

  • Wy Franciscus . . . biscop to Munster ... doen kundt, so wy unsem leven getruwen Wilken Stedingk hyrbevorns unse und unses stiffts Munster sloth und ampt Wildeshusen mit Verwilllgung des Domkapitels für 1100 goltgulden to twen lyven verschreiwen und yngedan, alles nach der oben mitgeteilten Urkunde, und uns van gemelten Wilcken Stedinck, yls unsem amptman tor Vechte und Cloppcnborch, angedragen, dat syne gelegenheit und zaken erfordern, das Schloß und Amt Wildeshausen, wie es ihm schon verwilligt, wieder abzutreten und datsulve synem verwanden vame adel, unseme leven getruwen Hinricke Schaden, zeligen Otten szone, overtolaten, so geben der Bischof und das Domkapitel dazu ihre Zustimmung, und Hinrich Schade erhält Wildeshausen unter denselben Bedingungen wie Wilken Steding. Bischof und Domkapitel siegeln im jair unses heren duszent viffhundert veertich ame saterdage na dem sundage Esto mihi.
  • Also bekenne ick Hinrick Schade vurgescreven vor my und myne erven, daß er gelobt und geschworen hat, dat ick und se der losze [Aufhebung der Verpfändung ], auck alle und itlike artikelen, in den twen principail [ Hauptbriefen ] neest vorgeschreven breven begrepen, my und myne erven andreppen, gehorsam syn und sie halten, nichts dagegen tun wollen. Er siegelt für sich, seine Erben und den Inhaber der Urkunde. Gegeven im jair duszent viffhundert und veirtich am maendage neest na Jacobi apostoli.
  • Or. Perg. St. A. Münster, Fr. Münster, Urk. 3133, Hinrich Schades Siegel hängt allein an dieser Mantelurkunde, die abschriftlich die beiden Transsumpte enthält. Die Originale der Transsumpte 1534 April 20 und 1540 Februar 14, liegen OLA. Wildeshausen, Landessachen.


  • Quellen:Oldenburgisches Urkundenbuch - Band 05 – Süd-Oldenburg. Siehe Text
  • Im Auftrage des Staates herausgegeben vom Oldenburger Verein für Altertumskunde und Landesgeschichte.
  • Druck und Verlag: Gerhard Stalling Oldenburg
  • Aufgearbeitet von H. Bruemmer.
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