Verwaltung der Gemeinde Essen - Kurzform
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Gemeindeverwaltung von Essen Olbg. in alter und neuer Zeit.
Von welchem Jahre an man von einer politischen Gemeinde Essen sprechen kann wird schwer festzustellen sein. Jedenfalls war Assini an der Hase vor der Kirchengründung durch die Gräfin Alaburg - etwa 970 - eine Bur = Bauerschaft wie jede andere der Umgebung. Nach dem Bau der Kirche schlossen sich dann die Bauernschaften, deren Bewohner das neue Gotteshaus besuchten, zu einem Kirchspiel zusammen. Sie bildeten ein eigenes, selbständiges kirchliches Gemeinwesen und lösten sich von der Gaukirche in Löningen. Um die Kirche als Mittelpunkt siedelten sich dann mit den Jahren Kaufleute, Handwerker und nach Errichtung der Burg Essen durch die Grafen von Tecklenburg auch Dienstmannen und Beamte des Landesherrn an, wodurch der Grund auch zu einer politischen Gemeinde gelegt war. So werden in der Abtretungsurkunde des Grafen Nikolaus II. vom 25. Oktober 1400, in der die Teklenburger feierlich Verzicht leisten auf alle Besitzungen zwischen Essen und Barßel zugunsten des Stiftes Münster unter den Städten, Wigbolde [= engere Orte] und Kirchspielen auch der Wigbold und das Kirchspiel Essen erwähnt. Aus den abgetretenen Gebieten wurde das münstersche Amt Cloppenburg gebildet.
1400 – 1855
Das Amt unter Führung des Drosten übte einen bestimmenden Einfluss auf die Verwaltung der Gemeinden aus.
Leitung des Wigbolds Essen
Mit der Leitung der beiden Städte Cloppenburg und Friesoythe sowie der Wigbolde Crapendorf, Essen und Löningen war ein Magistrat beauftragt, der aus einem oder zwei Bürgermeistern, den Beigeordneten - in Essen zwei - und dem Kämmerer bestand. Sie wurden alljährlich auf Lichtmess gewählt und ihr Dienst dauerte ein Jahr. Die Bürgermeister bezogen kein Gehalt, waren aber in ihrer Dienstzeit von Abgaben, von Einquartierung und allen bürgerlichen Lasten befreit. Die Ratsmänner – Beigeordnete -bekamen keinerlei Vergütung, der Kämmerer erhielt geringe Prozente für die Hebung von Steuern, die er an den Oberrezeptor in Cloppenburg abführen musste. Aus dem 19. Jahrhundert sind uns die Namen folgender Bürgermeister des Wigboldes Essen bekannt:
- Bürgermeister Arkmann und die Räte Cordes und Meyer. Sie nahmen am 19.7.1803 teil an der Huldigungsfeier anlässlich der Einverleibung des Amtes Cloppenburg in Oldenburg.
- Bürgermeister Friedrich. Köster und Wehberg. Ihre Häuser wurden beim großen Brand 1811 mit vernichtet.
- Bürgermeister Witte und Meyer. Sie werden 1848 erwähnt.
- Bürgermeister Heinrich Budke gründete um 1849 die erste Feuerwehr.
Mit der neuen Gemeindeordnung 1855 fiel die eigene Leitung der Wigbolde fort.
Leitung des Kirchspiels Essen
Dem gesamten Kirchspiel Essen stand ein Vogt vor, der zugleich Polizei- und Gerichtsbeamter war. Als Polizeibeamter musste er die Aufträge des Amtes ausführen und darüber berichten. Als oberster Gerichtsbeamter hatte er Vernehmungen und Pfändungen für das Gericht zu besorgen und die obrigkeitlichen Anordnungen und Gesetze in seinem Kirchspiel durchzuführen. Unter dem Kirchspielsvogte standen die Untervögte – Burvögte - und Besteller, welche für ihre Arbeiten einige Freiheiten in den Abgaben und öffentlichen Diensten genossen. Auch die Briefträger standen im Dienste des Vogtes und hatten die schriftlichen Befehle des Amtes und des Vogtes an ihre Adresse zu besorgen. Ursprünglich waren die Kirchspielvögte nur Gerichtsunterbeamte, die Frohnen genannt wurden. Fürstbischof Bernard von Galen machte sie zu herrschaftlichen Dienern, die nach förmlicher Bestallung ein festes Gehalt von monatlich 4 Reichstaler bezogen aus den Einnahmen des Kirchspiels. Sie waren demnach stellvertretende Beamte des Amtes. Nach dem Übergang an Oldenburg wurden die Kirchspielsvögte den neu geschaffenen Ämtern Cloppenburg, Löningen und Friesoyhte unterstellt. 1831 kam die erste oldenburgische Gemeindeordnung heraus, die 1850 grundsätzlich revidiert wurde. Bei den Kirchspielsversammlungen führte der Amtmann den Vorsitz. Durch die oldenburgische Gemeindeordnung 1831 erhielt das Kirchspiel in dem sogenannten Kirchspielausschuss, der von der Bevölkerung gewählt wurde, erstmalig eine Gemeindevertretung. Die Beteiligung an dieser Wahl war anfänglich nur sehr gering, ein Beweis, dass man sich damals um das allgemeine Wohl wenig Sorge machte und die Arbeit dem Vogt überließ. Als Kirchspielsvögte amtierten bis 1855 folgende Bürger, meistens angesehene Bauern, von denen sich einige um die Gemeinde Essen große Verdienste erworben haben:
- Johannes Henricus Gerh. Crone aus Brokstreek, * 11.5.1728 + 30.12.1806, substit. Vogtei Essen, im Volksmunde Burrichter genannt.
- Joan Bern. Gerhard Crone aus Essen, Sohn des vorgenannten Crone, Obervogt, kaiserlicher Notar und Führer * 25.6.1776 + 27.5.1841. Er war in französischer Zeit - 1811 bis 1814 - Maire von Essen und setzte sich nach dem großen Brand 1811 sehr für die notleidenden Bürger ein. Er bekleidete das Amt des Kirchspielsvogtes bis 1832.
- Anton große Arkenau, ebenfalls aus Brokstreek, 1832 - 1835.
- Gerhard Diekhaus, zugleich Postmeister aus Essen, 1835 - 1855.
1855 – jetzt
In Auswirkung der Freiheitsbewegung von 1848 wurde im Oldenburger Lande am 01. Juli 1855 eine revidierte Gemeindeordnung erlassen, die den Gemeinden das Recht der freien Selbstverwaltung, der freien Wahl des Vorstehers und der Beamten brachte. Die Vögte wurden von der Gemeinde gewählt und führten ab 1858 die Bezeichnung Gemeindevorsteher. Im Volksmund ist die Bezeichnung Vogt noch lange erhalten geblieben. Dem Amte Cloppenburg oblag jetzt nur noch die Oberaufsicht. Gemeindevorsteher bis zur nationalsozialistischen Zeit waren:
- Johann Gerhard Diekhaus aus Essen, Postmeister. Er war der erste von der Gemeinde gewählte Vorsteher und erhielt eine Vergütung von 300 Talern. Der Rechnungsführer Meyer bekam 35 Taler und der erste Beigeordnete Herr Witte erhielt keine Vergütung - 1865.
- Bernard Adolf Schmitz, Bauer von kl. Arkenstede, 1865 - 1890.
- C. Meyer, prov. Gemeindevorsteher 1990.
- Anton Schmitz, Gutsbesitzer zu kl. Arkenstette, 1891 - 1897.
- Bernard Gravenhorst, Bauer in Ahausen, 1897 - 27.5.1920.
- Franz Böckmann, Bauer in Brokstreek, 1920 - 1933.
In national-sozialistischer Zeit erhielten die Vorsteher der Gemeinde die Bezeichnung Bürgermeister, die bis heute geblieben ist. Von 1933 bis jetzt bekleideten das Amt des Bürgermeisters:
- Heinrich Holtemöller, Bauer in Herbergen, 1933 - 1935.
- August Alberding, Bauer in Osteressen, 1935 - 1945.
- Joseph Holters, Bauer in Ostendorpe, 1945 - 1947.
- Bernhard Dykgers, Kaufmann aus Essen, 1958 - 1950.
- Gerhard Moormann, Bauer aus Herbergen, 9.1.1951
Diese Unterlagen werden nach Einsicht im Staatsarchiv komplettiert.
- Quellen:
- Aus den Unterlagen meiner Mutter.
- Private Recherchen.
- Heimatarchiv Vechta