Oldenburger Musikant
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Nr. 800 Der Oldenburger Musikant
Der Oldenburger Musikant
Herausgegeben von Fritz Jöde und Friedrich M. Sambeth unter Mitarbeit von Fr. Clausing und A. Plochg
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Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, Münster i. W. und Georg Kallmeyer Verlag, Wolfenbüttel-Berlin.
Auszug aus dem Nachwort.
Der Oldenburger Musikant ist einerseits getragen von der allgemeinen Welle der Erneuerung und Wiederbelebung des Volksliedes, die sich seit Jahren unter Jödes Führung über ganz Deutschland bewegt. Anderseits will er aber auch den Wünschen des Katholischen Lehrervereins für den Freistaat Oldenburg entsprechen, welche auf eine Berücksichtigung auch des jüngeren, in den letzten Jahrzehnten in Oldenburg gesungenen Liedgutes hinzielen.
Die Entstehung des O. M. ergab sich aus den Erfahrungen und Wünschen, welche in den musikalischen Schulungskursen zutage traten, die von Sambeth 1929 und 1930 im Auftrage des Katholischen Oberschulkollegiums Vechta im Lande geleitet wurden. Der Entwurf entstammt der Zusammenarbeit Jödes, Professor an der Staatlichen Hochschule für Musik und Leiters des Seminars für Volks- und Jugendmusikpflege in Berlin, und Dr. Sambeths, Dozent für Musik am Staatlichen Pädagog. Lehrgang in Vechta. Die Liedbearbeitungen haben, von ganz wenigen, besonders vermerkten Ausnahmen abgesehen, Jöde zum Verfasser.
Von einer besonderen Berücksichtigung fes Liebesliedergutes wurde auf Wunsch des Katholischen Lehrervereins für den Freistaat Oldenburg Abstand genommen. Die 48 mundartlichen und landschaftlich gebundenen Lieder, welche dem O. M. Bodenständigkeit verleihen sollen, wurden von Sambeth in den Jahren 1929 und 1930 aus dem Oldenburger Lande unter der Mitarbeit der Lehrerschaft Oldenburgs, vor allem von der Lehrerin Kröger (Essen Olbg.) und Hauptlehrer Meyer (Berfeine), zusammengetragen. Hauptlehrer Ostendorf (Langförden) hat sie einer Überprüfung im Hinblick auf heimatlichen Inhalt und mundartliche Rechtschreibung unterzogen.
Die Mitarbeit Clausings, Obermusiklehrer an der Deutschen Oberschule in Vechta, und Plochgs, Rektors a. D. in Delmenhorst, ist kein Zufall, sondern Ausdruck und Ergebnis der Tatsache, daß Plochg, nach Diebels und Kröger der Rektor der südoldenburgischen Musikpflege, in jahrzehntelanger Arbeit unter der dortigen Lehrerschaft Grund und Boden für eine gedeihliche Pflege des Volksliedes gelegt hat, und daß es Clausing gelungen ist, gerade auch über Krieg und Kriegsfolgen hinweg die Tradition seiner Vorgänger lebendig zu erhalten. So hatten denn auch beide im vorigen Jahrzehnt den „Liederschatz und Gesanglehre für die deutsche Jugend“ geschaffen, als dessen teilweise Fortsetzung der O. M. sich betrachtet.
Die Photographien hat Studienrat Dr. Ottenjann, Leider des Heimatmuseums für das Oldenburger Münsterland in Cloppenburg, aus seinem demnächst erscheinenden „Bilderwerk Münsterland“ liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt. Sie wurden von E. Stratmann (Münster), welcher auch Einband und Titel zeichnete, zwecks organischer Einfügung in das Liedgut einer zeichnerischen Umarbeitung unterzogen.
Der persönlichen, freundschaftlichen Mitarbeit Lehrer Göbels´(Langförden) bei der Sichtung des Liedgutes und bei der Korrektur danke ich besonders.
Der Oldenburger Musikant enthält 198 Lieder, darunter 46 Lieder mit einer freien und 10 mit einer gefügten zweiten Stimme, 10 mit Instrumentalbegleitung, 15 auch als Kanon singbare Volkslieder und 20 Kanons. Wer sich durch dieses mehrstimmige Liedgut hindurchgesungen hat, hat sich auch das Recht erarbeitet, die 11 dreistimmigen Lieder in Angriff zu nehmen und vielstimmige Ergänzung aus dem „Musikanten“ heranzuziehen. Hauptsache sei und bleibe aber auch ihm die Freude an der schlichten Schönheit und Größe des einfachen Volksliedes und die Verwurzelung und Verlebendigung echter Volksliedpflege im Leben des Volkes.
Ein Lehrplan für den Musikunterreicht an der Volksschule in Form einer planmäßigen Darbietung des im Oldenburger Musikant enthaltenen Liedgutes, herausgegeben von Sambeth, erscheint gleichzeitig bei Aschdorff (Münster i. W.).
Und nun, liebes Oldenburger Lied, sei gesungen von Kind und Volk!
Vechta in Oldenburg, Ostern 1931
Heinrich Maria Sambeth
Auszug aus dem Nachwort.