Hohmoorkotten bei Quakenbrück - 1599
Aus LostBooks
Erinnerungen an Hohmoors-Kotten bei Quakenbrück
Im Jahre 1599 schossen Quakenbrücker Schützen auf dem Hohmoor-Kotten.
- Nordöstlich von Quakenbrück werden bereits vor dem 30 jährigen Kriege an der Hase zwei Kotten genannt die in den zwischen Quakenbrück und dem Hochstift Münster strittigen Gebiet lagen. Die beiden darin wohnenden Kötter hießen Ulhorn und Hohmoor. Um ihre kleinen Höfe tobte oft der Kampf zwischen den Münsterschen aus dem Amte Cloppenburg und dem Quakenbrückern. Die Bewohner der beiden Kotten hielten es mehr mit den Münsterscherschen. Die Quakenbrücker hielten daher die Bewohner der beiden Kotten für feindseelige Nachbarn, zumal sie in den Kotten wiederholt die Münsterschen hatten unterschlüpfen sehen.
- Einmal, es war am 14. Juli 1599 hatten die Quakenbrücker festgestellt, daß ein Mann der zwei Osnabrücker erschlagen haben sollte, in Ulhorns Kotten unterschlupf gefunden hatte. Die Quakenbrücker stürmten in Rotten von 30 bis 40 Schützen die beiden Kotten, daß das ganze Feder- und Entenvieh über die Häuser ging, soweit sie es nicht einfach nach Quakenbrück mitgehen ließen. Ähnlich war es auf dem Hohmmor-Kotten zugegangen. An der Hase hatten sich die Cloppenburgischen Amtseingesessenen mit Gewehren und die Quakenbrücker Schützen ebenfalls mit Gewehren einander zornentbrannt einen ganzen Tag gegenübergestanden. Trotz der vielen Gewehre kam es aber doch nicht so recht zum Schießen. Es blieb wenigstens keiner tot. Aber ein Schrotschuß spielte doch eine besondere Rolle.
- Seinetwegen erhoben Kötter Hohmoor und Kötter Ulhorn Klage beim Cloppenburgischen Richter zu Essen. Besonders die Frauen taten sich mit beweglicher Klage hervor, was sie für Angst und Sorge hätten ausstehen müssen. Die Quakenbrücker waren wegen der Anschuldigungen ganz empört und wußten zu berichten, daß sie bei ihrer Ankunft auf Hohmoors-Kotten ganz erheblich gereizt worden seien. Durch die Tochter des Hohmmor. Und zwar so sehr, daß in Quakenbrück bei der Niederschrift in den Akten Schwierigkeiten entstanden, wie die Quakenbrücker Schützen diese Herausforderung am besten niederschreiben könnten. Hohmoors Tochter Margarethe hatte die Quakenbrücker Schützen. als sie auf dem Kotten ankamen beschimpft und ihnen obendrein unter Hochheben der Röcke die vier Buchstaben gezeigt. Diese Herausforderung hatte einen Quakenbrücker Schtzen sofort das Gewehr in die Hand gedrückt. Er hatte auf das münsterländische Ziel einen Schrotschuß abgegeben. Die braven Stadtbeamten Quakenbrücks drückten diesen unziemlichen Vorfall so aus:
- Es müsse "mit gesparter Wahrheit eingestreut werden, daß Hohmoors Tochter den Soldaten viel Schimpfes erzeigt auch mit Aufhebung ihrer Kleider ihnen ein ungeziemlich Spiegel vorgetan haben." Hohmoors Tochter und die anderen Frauen aus dem Cloppenburger Münsterland, welche bei dem Überfall auf Hohmoors-Kotten dabei gewesen waren, blieben bei der Erklärung, daß sie die Quakenbrücker Schützen nicht gereizt hätten und sie hätten "den Soldaten nichts Ungebürliches sehen lassen."
- Eines ist jedenfalls sicher, daß Fräulein Margarethe Hohmoor durchaus streitbar und nicht bange gewesen sein muß. Aber auf der anderen Seite war es doch nicht schön gewesen, daß ein Quakenbrücker Schütze sofort mit Schrot auf das gebotene Ziel gehalten und "die Magd jämmerlich beschädiget."
- Für die Geschichte von Hohmoor-Kotten bei Quakenbrück ist die Episode aus den heißen und dünnbekleideten Julitagen von 1599 aber wert, hier aus der Vergessenheit herausgeholt und veröffentlicht zu werden.
- So geschrieben und erschienen in "Artländer Heimatblätter" - Quakenbrücker Heimat- und Familienblätter Nr. 3 vom 24. August des Jahres 1935.
Eine weiter Erinnerung an meine Vorfahren
- Eine weitere kleine Erinnerung an Hohmoors-Kotten ist erhalten aus der Zeit, als die "Hanne von Hohmoors-Kotten schon ein altes Mütterchen geworden war und an die 70 Jahre zählte. Damals war ihr Neffe Johann Hohmoor während des 30 jährigen Krieges bei den Soldaten gewesen. Über acht Jahre hatte er, vom Jahe´re 1642 bis 1650, bei der schwedischen Artillerie gestanden und hatte sich an allen Kämpfen als tüchtiger und tapferer Soldat erwiesen, der das streitbare Blut von Hohmoors Tante nicht verleugnet hat. Er ließ bei seinem Abgang von der Truppe im Jahre 1650 ein "Kriegsdienstzeuignis" ausstellen. Wie solch ein Zeugnis zu damaliger Zeit aussah, zeigt das im Stadtarchiv erhaltene Originalzeugnis des Johann Hohmoor.
Das Kriegsdienst-Zeugnis von Johann Hohmoor aus Hohmoors-Kotten von 1650.
- Der durchleuchtigsten, großmächtigsten und hochgeborenen Fürstinnen undt Freulein, Freulein Christinen, der Schweden, Gothen undt Wenden regierende Königin, Großfürstin zu Finlandt, Hertzoginne über Dostlandt und Carelien, Freulein über Ingermanenlandt etc bestalter Leutnant über die Artilerie,
- Ich Oluff Johanssen Carel
- Tue kundt und bekenne Jedermänniglich, was maßen der ehr- und manhafte
- Johan Hohmor aus Quakenbrück zu Westphalen bürtig unter höchstbemelter Ihro Königlichen Mayestät Artiglerie in 32 Monaten vor ein Handtlanger undt vor ein Constabel in 65 Monaten gedienet:
- unter werender seinen diensten aber in allen vorfallenden accasiones, worzu er in oder wider Festungen, in Schlachten undt Scharmisteln zu offension oder defension, Commandiret worden, bey seinen anbedrawtes sich dermaßen geflissen und manhafft erzeiget, daß Ich nebenst andere hohe undt niederige offisieren ein satsames genügen daran getragen. - Weilen aber durch Gothes gnedige providens der allgemeine friede in deutschem Reich getroffen undt deswegen von Höchstbemelter Ihro Königlichen Mayestät die reduktion undter die Ariglerie fortzusetzen gefohlen, undt gedachter Johan Hohmor mich umb seines wohlverhaltens ein zeugenschrift gebeten, als Ich ihm solches nicht weigeren, besonderen mith diesen offenen Testimanial- undt Passbrief folgendes bezeugen undt bekrefftigen wollen.
- Gelanget deswegen an allen und jeden hohes und niederiges Standes Personen mein respetive dienstliches undt frundtliches ersuchen, sie wollen obbemelten Johan Humor nicht allein frey, sicher undt ohnbehindert zu wasser und land passieren und repassieren lassen, besonder ihme seiner trewen dienste wegen allen aeneigten undt besonderlichen gunsten undt willen erzeigen. Solches bin Ich nach Standes erheisch zu erwidrigen erbotig. Dieses zu mehreren bekrefftigung hab ich diesen mitt eigener handt undterschrieben undt mith mein gewohnliches pitschaft versiegelt. Datum Vörden, den ersten Tag des monats octobris, des jetz Eintausend Sechshundert undt fünftzigsten lauffenden Jahres .
F. v. B.
L. S.
Oluff Johanssen Careel.
Schreibweisen:
- Hohmoor,
- Homoor,
- Homohr,
- Harmoor,
- Hamoor,
- Hahmoor,
- Hamohr..
- Geschrieben und aufgearbeitet vom Nachfahre des Hohmoor-Kotten; H. Br.