Heimatverein ABC-Union

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von Heinz Tapken

Unser Heimatverein

Addrup - Bevern - Calhorn – Uptloh, die "A – B – C - Union".

Als während des letzten Krieges und besonders zum unseligen Abschluss in der Heimat jegliches Vereinsleben erstarb, so regten sich aber bald wieder in den Jahren ab 1946 gute Kräfte in den Bauernschaften, die sich die Aufgabe stellen wollten, das Gedenken an die sehr wechselvolle Geschichte der Gemeinde Essen wach zu halten und heimatliche althergebrachte Sitten und Gebräuche nicht untergehen zu lassen. Auch sollten zumindest ein Sommerfest und eine Tannenbaumfeier im Winter durchgeführt werden, um Jung und Alt der Bauernschaften in die kameradschaftliche und frohe Gemeinschaft zusammenzuführen. Einige tatkräftige Männer aus der Bauernschaft Addrup trieben dieses Vorhaben voran, und so kam es am 13. November 1949 zur Gründung eines Heimatvereins in der Wirtschaft Wernsing in Addrup.

Damit nun aber der Verein eine feste Grundlage bekam und möglichst alle Glieder der Bauernschaften einschließen sollte, wurde beschlossen, eine Satzung auszuarbeiten und den Verein amtgerichtlich in Löningen eintragen zu lassen. Eine große Zahl Männer und Frauen folgten dem Aufruf und konnte die Vereinsführung bereits nach kurzer Zeit über 160 eingetragene Mitglieder verfügen. Viele fassten diese Neugründung auch als Nachfolge des im Jahre 1933 gleichgeschalteten und untersagten Kriegervereins auf.

Bereits auf der 2. Jahreshauptversammlung am 26. November 1950 wurde dann dem Wunsche der Bevölkerung nachgegeben und die Erstellung eines Gefallenen - Ehrenmals für die Opfer des 2. Weltkrieges beschlossen. Eine Geldsammlung wurde durchgeführt und, recht bald waren über 4000 DM zusammen. Der Bauauftrag wurde vergeben und erfolgte die feierliche Einweihung am 10. Juni 1951. Durch diesen Erfolg ermutigt dank der freudigen Mithilfe aller Mitglieder in den Bauernschaften, reifte ein neuer Plan heran, und zwar gab Heinrich Wilmerding auf der nächsten Generalversammlung am 25. November 1951 bekannt, dass er die Absicht habe, innerhalb des Heimatvereins eine Musikkapelle zu gründen. Auch diese schöne Aufgabe fand eine gute Aufnahme und Unterstützung bei der Bevölkerung, und es kamen durch freiwillige Spenden fast 3000 DM herein, wofür dann ein neues Instrumentarium angeschafft wurde. Für diesen Musikzug wurde dann ebenfalls eine Satzung ausgearbeitet und allen Mitgliedern dieser Gruppe ausgehändigt. Es dauerte auch nicht lange, und die Musiker traten mit ihrem ersten Können an die Öffentlichkeit, um so die Veranstaltungen des Vereins sowie andere kulturelle und gottesdienstliche Feiern zu verschönen.

Auf der nun folgenden Generalversammlung am 23. November 1952 wurde der jetzt noch amtierende 1. Vorsitzende Hauptlehrer Hubert Eveslage gewählt, und es kam als dann unter seiner Führung und Tätigkeit die eigentliche Aufgabe des Heimatvereins voll zur Entfaltung, zumal sich unser Verein dem Heimatbund aller südoldenburgischen Heimatvereine anschloss. Durch Werbung der Vertrauensleute wuchs der Mitgliederbestand in den Jahren bis auf seinen heutigen Stand von 204 Mitgliedern, gewiss ein Vertrauensbeweis für die gute Vereinsführung. (Stand 1968). Der Aufgabenbereich innerhalb der Vereinsarbeit wurde noch erweitert, indem regelmäßig Abordnungen aus den Reihen der Mitgliedschaft an Hochzeiten, Jubiläen und Geburtstagen sowie aus anderen Anlässen zusammengestellt wurden. Ebenfalls wurden schöne Ausflüge in die engere und weitere Heimat organisiert, sowie seit einer Reihe von Jahren die gesamte Schwesternschaft des Krankenhauses in Essen zu einem gemeinsamen Sommerausflug eingeladen wird. Auch wurden im Herbst eines jeden Jahres für die Kinder aller Schulen ein Bummellaternenzug durchgeführt, wie auch bei vielen anderen Veranstaltungen Kinder und Jugendliche mit einbezogen wurden.

Durch die geschickte Führung des 1. Vorsitzenden Eveslage und dank der harmonischen Zusammenarbeit mit den anderen Vorständen entwickelte sich innerhalb des Vereinsbezirkes eine lebhafte Tätigkeit, die ihren Beweis darin findet, dass alle Veranstaltungen unseres Vereins sich eines stets guten Besuches erfreuen konnten. Auch hat sich die feste Vereinsführung bewährt, als im Zuge der neuen Straßenführung in Addrup die Verlegung des Kriegerdenkmals ohne eigene Aufwendung geldlicher Art durchgeführt werden konnte, obgleich die Pflege des Denkmals Aufgabe des Vereins bleibt.

Da der Verein im kommenden Jahr bereits 20 Jahre besteht und demzufolge die meisten Mitglieder des Vorstandes und der Ausschüsse seit Gründung mitmachen, ist man bemüht, jüngere Kräfte an die Vereinsarbeit heranzuführen. Es ist erfreulich, dass unser Appell an die jüngere Generation trotz der raschlebigen, überaus technisierten Zeit auf fruchtbaren Boden fällt und man mitmachen will. Nur so kann die Zukunft unseres Heimatvereins sichergestellt werden.

Bericht aus dem Jahre 1968

Quellen:

  • 968-1968
  • 1000 JAHRE
  • GEMEINDE ESSEN OLDB (Seite 171/172)
  • Herausgegeben von der Gemeinde Essen
  • 13. – 15. SEPT. 1968
  • Druck und Verlag: Ferdinand Ostendorf – Cloppenburg
  • Heinz Tapken
  • aufbereitet von h. br.
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